Filmkritik zu King Arthur

König mit Lepra

Am Anfang des Films wird man über die Urgründe von Arthur und seinen Rittern aufgeklärt. Sie sind alle Samarten, die vor etlichen Jahren von den Römern gefangen genommen wurden und für die Römer kämpfen mussten. Deren Söhne und wiederum deren Söhne mussten ihnen folgen und den Römern ihre Dienste anbieten.
Nun gibt es einen Sprung zu der Haupthandlung. Arturuis Rex, welcher der Führer einer Spezialeinheit, den Rittern der Tafelrunde, ist, und seine Kumpanen haben nun 15 Jahre treu in Britannien dem römischen Reich gedient und freuen sich auf ihre Entlassung um endlich frei zu sein. Doch als sie den Bischof, der ihnen die Entlassungspapiere geben soll, um Freiheit bitten, zwingt er ihnen noch einen letzten Auftrag, der gefährlicher ist als alles, was sie in den letzten 15 Jahren tun mussten. Sie sollen einen Jungen außerhalb des walisischen Walles aus den Greifarmen der Sachsen befreien und nach Rom schaffen, da für ihn die Möglichkeit auf ein spätere Papstlaufbahn besteht. Arthur ist darüber nicht sonderlich erfreut und auch seine Ritter sind alles andere als guter Laune, doch sie haben alle keine Wahl.
Diese Mission ist sehr gefährlich, da zum einen die Sachsen unaufhaltsam in ihre Richtung marschieren, und andererseits, weil die Pikten, ein Waldvolk unter der Führung von Merlin nur auf ihre Chance warten, ihren Erzfeinden, den Römern, zu denen Arthur und seine Ritter gezwungenermaßen ja gehören, den Gar auszumachen.

Sie reiten los und erreichen den Jungen, bevor die Sachsen es tun. Außerdem befreien sie noch ein paar "Sünder" aus einem Sterbekeller, wo sie ihre gerechte Strafe erhalten und den Weg zu Gott eintreten sollten. Darunter befindet sich auch Guinevere, eine Keltin, die sie mitnehmen. Sie flüchten allesamt über die Berge, doch die Sachsen hängen ihnen fest an den Fersen.

Auf einem gefrorenen See kommt es später zu einer kleinen Schlacht zwischen den 7 Rittern und 50 Sachsen. Die Sachsen machen einen Test mit ihren Armbrüsten, ob die Ritter in Reichweite sind, doch die Bolzen knallen auf der Hälfte schon auf das Eis. Dann machen die Ritter einen Test und versenken natürlich alle 7 Pfeile in sächsisches Fleisch. Die Sachsen marschieren nun langsam auf die Ritter zu und wollen ihnen im Nahkampf den Garaus machen. Arthur und seine Ritter feuern kräftig weiter und treffen mit jedem Pfeil ins Schwarze. Einer der Ritter, Dagonet, rastet aus und schlägt mit seiner Streitaxt ins Eis, wodurch ein riesiger Riss entsteht, der das Eis unter den Füßen der Sachsen brechen lässt. Doch er bekommt ein paar Bolzen ab und verstirbt dadurch.

Heil zurück in der sicheren Stadt liefern sie den Jungen ab und erhalten ihre Papiere, wodurch sie nun endlich freie Männer sind. Doch sie haben sich zu früh gefreut. Vor der Stadt hat sich schon die gesamte Streitmacht der Sachsen aufgebaut. Arthur entscheidet sich dafür, in der Stadt zu bleiben und diese zu verteidigen, koste es was es wolle. Seine Ritter jedoch haben die Schnauze voll und machen sich am nächsten Morgen auf den Heimweg. Arthur stellt sich bald darauf der gesamten Streitmacht der Sachsen entgegen - alleine! Komischerweise scheinen alle Soldaten Roms, die in der Stadt gewesen waren, verschwunden zu sein.

Als Arthur's Ritter aber die Trommeln der Sachsen hören, die nun bald angreifen werden, entscheiden sie sich doch anders und wollen Arthur helfen. Was Trommeln so für Wirkungen haben können…
Sie reihen sich so auf einen Berg auf, sodass sie Sachsen sie richtig gut sehen können und warten auf sie. Doch vorher schießt einer der Ritter einen Pfeil ab, der die gesamte Stadt und 200 Meter Wiese überquert und genau in das Herz eines Verräters trifft, der in einem dichten Baum saß. Muss wohl ein Meisterbogenschütze gewesen sein!

Wie die Schlacht zwischen den Rittern und dem 1000 Mann starken Heer der Sachsen ausgeht, wird hier nicht geklärt.

Analyse

In dem Film stecken sehr viele ungeklärte Dinge, von Fehlern hin bis zu unlogischen Sachen. Fangen wir mal ganz am Anfang an. Mir war es neu, dass Arthur ein römischer Kriegsgefangener war! Was war das außerdem für eine Stadt, in die Arthur und seine Ritter immer zurückgekehrt sind und in der die Endschlacht stattfindet? Das wurde im gesamten Film nicht geklärt. Was auch komisch ist, ist dass man die so berühmte Tafelrunde nur 2 mal im Film kurz zu sehen bekommt.

Die Treffsicherheit der Bogenschützen auf der guten Seite ist unmenschlich. Sie treffen jeden Pfeil, egal ob auf 50 Meter Entfernung bei klarer Sicht oder bei 500 Meter Entfernung mit Nebel. Die würden bei Olympia kräftig abräumen! Die Bösen, also die Sachsen, hingegen trafen fast nie, obwohl sie zahlenmäßig eindeutig überlegen waren.


Guinevere, die fast verhungert aus dem Kerker befreit wird und vor Schwäche nicht stehen kann, kämpft 2 Tage später mutig in der Schlacht mit und streckt viele Sachsen nieder. Auch total realitätsfern. Mal von der Tatsache abgesehen, dass ihre Fingergelenke für ein paar Tage herausgesprungen waren, kann man sich nicht innerhalb von 2 Tagen so erholen.

Wieso befinden sich die Sachsen auf Britannien? Warum greifen sie eine Stadt mit voller Stärke an, die total leer ist? Weshalb konnte die gesamte Streitmacht der Sachsen durch 6 Ritter und ein paar Waldmenschen zerstört werden, wenn nicht einmal Rom's Armee sie aufhalten konnte? Wo wir grad bei den Waldmenschen sind, die von Merlin angeführt werden… Seit wann lebte Merlin im Wald??

Und jetzt wie wichtigste Frage, denn darum dreht sich ja der ganze Film:
Wieso ist Arthur am Ende König?! Vom römischen Kriegsgefangenen zum König ist eine echt gute Laufbahn! Haben ihn die Pikten zu ihrem Führer ernannt oder wer hat das getan? Diese Frage blieb, wie so viele andere, ebenfalls offen.

Cast

Clive Owen spielt Arthur ganz gut, auch wenn das Drehbuch ihn manchmal zu komischen Szenen zwingt. Er hat vorher in Filmen wie "Gosford Park" oder "Century" mitgespielt.

Keira Knightley ist eine Schauspielerin der jüngeren Generation und hat seit "Kick it like Beckham" einen raschen Aufstieg in der Filmbranche genossen, der bis jetzt noch nicht aufgehört hat. In King Arthur gibt sie eine solide Leistung, aber nichts überragendes, eben Durchschnitt.

Stellan Skarsgard spielt den rauen Führer der sächsischen Streitmacht. Er hatte seine Beginne im Theater von Stockholm und konnte sich später zu größeren Filmrollen wie "Ronin" oder "Good Will Hunting" heraufarbeiten. Vor kurzem hat er auch in "Exorcist - The Beginning" mitgewirkt.

Til Schweiger spielt den Sohn von Cedric, welcher später mal in die Fußstapfen von ihm treten will. Doch solange das nicht so weit ist, behält noch Cedric die straffe Oberhand. Til Schweiger hatte sein Filmdebut in "Manta, Manta" und spielte später in weiteren Rollen wie "Der Bewegte Mann" und "Knockin' on Heavens Door" mit.
Fazit
Die Geschichte von King Arthur zu verfilmen, war eine gute Idee, aber man hätte es sehr viel besser umsetzen können. Zuerst einmal sollte man sich an die wahre Geschichte halten und außerdem sollte man nicht der Realität zu stark den Rücken kehren. Was mir an dem Film auch nicht gefiel, war das zu übertrieben heroische Auftreten von Arthur. Er denkt nie an sich, nur an seine Ritter und an die Menschheit und wirkt deswegen zu übertrieben gut. Der Film hat zu viele Fehler und ist zu schlecht gemacht, als dass er über die 5-Punkte-Marke kommen könnte. /pp

alle Bilder © Buena Vista


Cinefreaks Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:King Arthur
Land/Jahr:USA/Irland 2004
Genre:Action, Historie
Regie:Jerry Bruckheimer
Drehbuch:David H. Franzoni
Musik:Hans Zimmer
Studio:Buena Vista
FSK:
ab 16
Länge:130 min.
Deutschlandstart:19.08.2004
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

Produkte

Schauspieler und Rollen

Mads Mikkelsen Mads Mikkelsen
als "Tristan"
Ioan Gruffudd Ioan Gruffudd
als "Lancelot"
Clive Owen Clive Owen
als "Arthur"
Joel Edgerton Joel Edgerton
als "Gawain"
Hugh Dancy Hugh Dancy
als "Galahad"
Ray Winstone Ray Winstone
als "Bors"
Ray Stevenson Ray Stevenson
als "Dagonet"

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